Ankommen und Registrierung
alles erledigt
1.1 Registrierung
erledigt

Sie kommen in Deutschland an. Bitten Sie direkt bei einer staatlichen Stelle um Asyl. Sie werden dann zu einer Anlaufstelle für Asylsuchende gebracht. Dort wird entschieden, ob Sie in ein anderes Bundesland verteilt werden müssen. Wenn Sie Familie in Deutschland haben, müssen Sie das direkt sagen. Manchmal können Sie dann in die Erstaufnahmestelle in der Nähe von Ihrer Familie kommen. In der Erstaufnahmestelle werden Sie registriert. Es werden Fotos von Ihnen gemacht und Fingerabdrücke genommen.

1.2 Ankunftsnachweis
erledigt

Sie bekommen einen Ankunftsnachweis. Das ist wie ein "Ausweis" mit Ihrem Namen und Foto.

Asylantrag
alles erledigt
Allgemein
erledigt

Sie müssen den Asylantrag persönlich beim BAMF stellen. Danach bekommen Sie eine Aufenthaltsgestattung ("grüner Ausweis"). Sind Sie in der Erstaufnahmeeinrichtung nicht registriert worden, werden jetzt Ihre Fingerabdrücke genommen und Fotos gemacht.

Dublinverfahren
alles erledigt
Allgemein
erledigt

Das BAMF prüft, ob Deutschland für Ihr Asylverfahren zuständig ist. Manchmal gibt es dafür eine eigene Anhörung. Manchmal wird das zusammen mit  den Fragen nach Ihren Asylgründen gemacht. Ziel ist, dass für jeden Mensch nur ein Asylverfahren in Europa durchgeführt wird. Dabei wird nach dem Reiseweg (Fluchtroute) gefragt und ob Sie in einem anderen europäischen Land registriert worden sind oder einen Asylantrag gestellt haben. Wenn Sie Gründe haben, warum Ihr Asylverfahren in Deutschland durchgeführt werden soll, müssen Sie das jetzt sagen. Das können zum Beispiel Familienmitglieder in Deutschland sein oder Menschenrechtsverletzungen in einem anderen europäischen Land. Ist Deutschland nicht für Ihr Asylverfahren zuständig, bekommen Sie einen Dublinbescheid. Damit wird Ihr Asylantrag als unzulässig abgelehnt und Sie werden in den für Sie zuständigen europäischen Staat abgeschoben. Gegen den Dublinbescheid können Sie aber/jedoch klagen.

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Anhörung
alles erledigt
Allgemein
erledigt

Die Anhörung ist sehr wichtig für die Entscheidung, ob Sie in Deutschland bleiben können. Sie sollten deshalb vor der Anhörung zu einem Rechtsanwalt oder zu einer Beratungsstelle für Flüchltinge gehen. Bei der Beratungsstelle bekommen Sie kostenlos Hilfe. Die Adressen finden Sie hier: Link ankommen_ Hilfe finden_ Beratungsstellen. Manchmal findet die Anhörung sehr schnell nach der Asylantragsstelung statt. Es kann aber auch sein, dass Sie ein paar Monate warten müssen. Bei der Anhörung sollen Sie die Möglichkeit haben, alle wichtigen Sachen zu erzählen. Hier geht es besonders um diese Fragen: Was ist in Ihrem Heimatland passiert? Warum sind Sie nach Deutschland gekommen? Warum haben Sie Angst zurück in Ihre Heimat zu gehen? Wichtig ist, ob Sie in Ihrem Heimatland verfolgt werden. Das ist zum Beispiel, wenn Sie Angst um Ihr Leben oder ihre Gesundheit haben müssen. Aber auch wenn in Ihrem Heimatland Bürgerkrieg ist, kann das ein Grund für einen positiven Bescheid sein. Sie müssen auch sagen, wenn Sie wegen einer Krankheit oder anderer Probleme in Ihrem Heimatland nicht überleben können (Abschiebungsverbot). Sie müssen alles genau beschreiben. Dann haben Sie mehr Chancen, dass Ihnen geglaubt wird. Von der Anhörung wird ein Protokoll gemacht. Alles was Sie sagen wird dort aufgeschrieben. Am Ende der Anhörung haben Sie die Möglichkeit, dass das Protokoll wieder in Ihre Muttersprache zurück übersetzt wird.

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4.1 Rechte
erledigt

  1. Sie können beantragen, dass Sie von einer Frau oder einem Mann angehört werden möchten. Vielleicht ist es für Sie schwierig manche Sachen vor einem Mann oder einer Frau zu erzählen. Das gleiche gilt auch für den Dolmetscher vom BAMF. Auch hier können Sie eine Frau oder einen Mann fordern.
  2. Sie können eine Person mit zur Anhörung nehmen, die Ihre Sprache spricht. Damit können Sie die Übersetzungen des Dolmetschers vom BAMF überprüfen.
  3. Sie können eine Vertrauensperson (Freund) mit zur Anhörung nehmen. Der Freund muss vor der Anhörung beim BAMF angemeldet werden.
  4. Der Dolmetscher vom BAMF darf nur das übersetzen, was Sie sagen. Wenn Sie den Dolmetscher nicht verstehen können oder Sie denken, er übersetzt andere Sachen, sagen Sie das. Sie können einen anderen Dolmetscher bekommen.
  5. Am Ende der Anhörung können Sie das Protokoll verbessern. Wenn etwas falsch ist, können Sie das Richtige hinschreiben. Wenn etwas nicht im Protokoll steht, was Sie gesagt haben, können Sie das ergänzen.

4.2 Pflichten
erledigt

Sie müssen persönlich zur Anhörung kommen. Wenn Sie krank sind, müssen Sie das dem BAMF sagen und ein ärztliches Attest vorzeigen. Sie müssen bei der Anhörung alles sagen. Später können Sie nichts Neues mehr sagen. Wenn Sie schriftliche Beweise (Dokumente) haben, zeigen Sie diese bei der Anhörung.

Entscheidung
alles erledigt
5.1 Ablehnung
erledigt

  1. einfache Ablehnung: Der Asylantrag wird als unbegründet abgelehnt.
  2. Ablehnung als offensichtlich unbegründet: Das BAMF findet Ihre Aussagen von der Anhörung vollkommen unglaubhaft oder Sie kommen aus einem sicheren Herkunftsstaat.
  3. Ablehnung als unzulässig: Deutschland ist nicht für Ihr Asylverfahren zuständig (Beispiel: Dublinverfahren).

Lesen Sie Ihren Bescheid immer sehr gründlich und wenden Sie sich bei Fragen an Ihre Berater oder Ansprechpartner.

5.2 Anerkennung
erledigt

Ihr Asylantrag wird positiv entschieden. Das heißt, Sie bekommen einen Schutzstatus in Deutschland oder ein Abschiebungsverbot. Damit können Sie dann zur Ausländerbehörde gehen und einen Aufenthaltstitel ("Ausweis") beantragen.

Rechtsschutz
alles erledigt
6.1 Rechtsbehelfsbelehrung
erledigt

Ihr Bescheid vom BAMF enthält eine Rechtsbehelfsbelehrung. In diesem Papier steht, wo Sie klagen können (Zuständigkeit) und wie lange Sie dafür Zeit haben (Klagefrist).

6.2 einfache Ablehnung
erledigt

Die Klage muss innerhalb von 2 Wochen nach Zustellung des Bescheids vom BAMF beim zuständigen Verwaltungsgericht eingehen. Die Klage hat aufschiebende Wirkung. Das heißt, dass die Abschiebung bis zu einer Entscheidung vom Gericht nicht durchgeführt wird.

6.3 Ablehnung als offensichtlich unbegründet oder unzulässig
erledigt

Die Klage muss innerhalb von 1 Woche beim Gericht eingereicht werden. Sie hat keine aufschiebende Wirkung. Deshalb muss zusammen mit der Klage auch ein Eilantrag bei Gericht eingereicht werden. Wird der Eilantrag abgelehnt, kann die Abschiebung durchgeführt werden, auch wenn über die Klage noch nicht entschieden wurde.